Eine Vermittlungskonfiguration ist das Regelwerk, nach dem der Vermittlungsalgorithmus Ihres Produkts arbeitet – vergleichbar mit einem Fahrplan für On-Demand-Verkehre. Sie legt fest, in welchem Gebiet Fahrten angeboten werden und nach welchen Regeln Buchungsanfragen, Fahrzeuge und Fahrzeugpläne zueinander vermittelt werden.
Wozu dient eine Vermittlungskonfiguration?
Ohne Vermittlungskonfiguration lassen sich keine Fahrzeugplanungen anlegen – und damit auch keine Buchungsanfragen verarbeiten. Die ioki Platform arbeitet algorithmusbasiert: Die Parameter, die Sie dem Algorithmus vorgeben, bestimmen maßgeblich sein Verhalten – also welche Anfragen angenommen oder abgelehnt werden und wie Fahrzeuge ihre Route aufbauen. Aus der Vermittlungskonfiguration ergibt sich damit unmittelbar, was Fahrgäste überhaupt buchen können.
Jedes Produkt benötigt mindestens eine Vermittlungskonfiguration, kann aber mehrere besitzen – zum Beispiel für Tag-, Nacht- oder Wochenendbetrieb.
Jede Fahrzeugplanung benötigt zwingend genau eine Vermittlungskonfiguration. Welche davon gilt, legen Sie beim Anlegen der Fahrzeugplanung fest (siehe Wie lege ich eine Fahrzeugplanung an?). Ist in den Produkteinstellungen eine Standard-Vermittlungskonfiguration hinterlegt, ist diese dabei vorausgewählt.
Welche Vermittlungskonfiguration für eine Fahrt gilt, ergibt sich aus der Zuordnung in der jeweiligen Fahrzeugplanung – nicht automatisch aus der Tageszeit.
Wie ist eine Vermittlungskonfiguration aufgebaut?
Eine Vermittlungskonfiguration besteht aus mehreren Abschnitten, die zusammen steuern, wo und wie vermittelt wird:
| Abschnitt | Was er festlegt | Beispiel |
|---|---|---|
| Stammdaten | Name, eindeutiger Slug (nur Kleinbuchstaben, Zahlen, Unter- und Bindestriche) und optionale Beschreibung | Name „Nachtbetrieb Musterstadt“, Slug nachtbetrieb-musterstadt |
| Geografische Eigenschaften | Das DRT-Teilgebiet, für das diese Konfiguration gilt | Das per GeoJSON hinterlegte Stadtgebiet Musterstadt |
| Vermittlung | Der Vermittlungsmodus – getrennt für Ein- und Ausstieg – sowie Optionen zum Verhindern bestimmter Kombinationen | Ein- und Ausstieg jeweils an einer Haltestelle, an der Adresse (Tür zu Tür) oder hybrid |
| Vermittlungsparameter | Suchraum & Performance, Rahmenbedingungen sowie Servicequalität & Pooling | Maximal 15 Minuten Fußweg zur Einstiegshaltestelle |
| Lösungsgewichte | Klassische und erweiterte Gewichtungen, mit denen der Algorithmus Lösungen bewertet | Verspätung bestehender Fahrgäste stärker gewichten als Leerfahrtzeit |
| Routing-Einstellungen | Optionale Überschreibungen für das Routing | Zeitkoeffizient für Fahrzeug- und Fußwege anpassen, Wenden vermeiden |
| Vorlaufzeit-Einstellungen | Nur verfügbar, wenn das Produkt-Feature „Vorlaufzeit“ aktiv ist | Buchungen mindestens 30 Minuten vor Fahrtbeginn |
Wie der Algorithmus diese Parameter im Detail abarbeitet, beschreibt Wie funktioniert der Vermittlungsalgorithmus?.
Beispiel: Wie Parameter zusammenwirken
Angenommen, in Ihrer Vermittlungskonfiguration gilt:
- Maximale Fußwegzeit zum Einstieg: 15 Minuten
- Vermittlungsmodus: Haltestelle für Ein- und Ausstieg
Ein Fahrgast fragt eine Fahrt an, deren Startpunkt 17 Gehminuten von der nächsten Haltestelle entfernt liegt. Der Algorithmus bietet keine Fahrt an: Der Fußweg überschreitet die zulässigen 15 Minuten. Weil das Produkt ausschließlich von Haltestelle zu Haltestelle bedient, kann der Algorithmus das Fahrzeug auch nicht näher an die Adresse des Fahrgasts heranführen, um den Fußweg zu verkürzen. Die Parameter begrenzen den Algorithmus also nicht nur zeitlich, sondern bestimmen auch, wie ein Fahrzeug seine Route aufbauen darf.
Legen Sie für unterschiedliche Betriebszeiten – etwa Nachtbetrieb mit geringerer Fahrzeugdichte – eigene Vermittlungskonfigurationen an, statt eine einzige Konfiguration ständig umzustellen. So lassen sich Fahrzeugplanungen einfach der passenden Konfiguration zuordnen.
Was bedeutet das für Sie im Alltag?
Eine Vermittlungskonfiguration wird in der Regel einmalig pro Betriebsszenario aufgesetzt und danach nur geändert, wenn sich das Bediengebiet, der Vermittlungsmodus oder die grundlegende Servicequalität ändern sollen.
Was können Sie selbst ändern?
| Aktion | Wer führt sie aus |
|---|---|
| Komplett neue Vermittlungskonfiguration anlegen | Bitte wenden Sie sich an Ihren Key Account Manager oder den Support |
| Stammdaten und geografische Eigenschaften bearbeiten | Sie selbst, mit der Rolle Product Admin |
| Routing-Einstellungen Zeitkoeffizient und U-Turn-Optionen bearbeiten | Sie selbst, mit der Rolle Product Admin |
| Einstellungen für die Vorlaufzeit | Sie selbst, mit der Rolle Product Admin |
| Vermittlungskonfiguration duplizieren | Sie selbst, mit der Rolle Product Admin |
| Vermittlungskonfiguration archivieren | Sie selbst, mit der Rolle Product Admin |
| Abschnitte Vermittlung, Vermittlungsparameter und Lösungsgewichte ändern | Bitte wenden Sie sich an Ihren Key Account Manager oder den Support |
| Routing-Adapter und Routing-Profile auswählen | Bitte wenden Sie sich an Ihren Key Account Manager oder den Support |
Fehlen Ihnen die Bearbeitungsoptionen im Zahnrad-Menü, besitzt Ihr Account für dieses Produkt keine Bearbeitungsberechtigung. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Person, die in Ihrer Organisation Nutzerkonten verwaltet, oder an den ioki Support (siehe Berechtigungen & Rollen).
Benötigen Sie eine Variante einer bestehenden Konfiguration, duplizieren Sie diese und passen Sie die für Sie freigegebenen Abschnitte an. Das ist schneller, als eine komplett neue Konfiguration bei ioki anzufragen.
Häufige Fragen dazu
Kann ein Produkt mehrere Vermittlungskonfigurationen gleichzeitig haben?
Ja. Ein Produkt kann mehrere Vermittlungskonfigurationen besitzen, zum Beispiel für unterschiedliche Betriebszeiten. Welche davon gilt, wird pro Fahrzeugplanung festgelegt.
Kann ich selbst eine neue Vermittlungskonfiguration anlegen?
Nein. Eine komplett neue Vermittlungskonfiguration richtet ioki für Sie ein. Bestehende Konfigurationen können Sie mit der entsprechenden Bearbeitungsberechtigung duplizieren, in Teilen bearbeiten und archivieren.
Gilt die Bearbeitungsberechtigung für alle meine Produkte?
Die Berechtigung wird pro Produkt vergeben. Für ein weiteres Produkt benötigen Sie die Berechtigung dort erneut.
Wo lege ich fest, welches Gebiet eine Vermittlungskonfiguration bedient?
Im Abschnitt „Geografische Eigenschaften“ der Vermittlungskonfiguration, durch Zuordnung eines DRT-Teilgebiets. Diese Zuordnung lässt sich auch nach dem Anlegen jederzeit ändern.
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