Jede Fahrtanfrage erzeugt eine Liste benötigter Ressourcen – zum Beispiel zwei Sitzplätze, einen Rollstuhlplatz und zwei Stauraumeinheiten. Jedes Fahrzeug hat in seinen Innenraumkonfigurationen hinterlegt, welche Ressourcen das Fahrzeug bietet. Der Vermittlungsalgorithmus vergleicht beide Seiten und kann eine Fahrt nur vermitteln, wenn ein Fahrzeug den gesamten Bedarf abdeckt. Passen Bedarf und Kapazität nicht zusammen, wird die Anfrage mit dem Grund „Kein Fahrzeug verfügbar“ abgelehnt – auch dann, wenn genügend Fahrzeuge im Dienst sind.
Die Innenraumkonfigurationen Ihrer Fahrzeuge pflegen Sie selbst. Den Ressourcenverbrauch von Fahrtoptionen, Fahrgastoptionen und Fahrgasttypen hinterlegt ioki.
Wie entsteht der Ressourcenbedarf einer Fahrt?
Der Bedarf einer Fahrtanfrage ist keine einzelne Angabe, sondern die Summe aus drei Quellen:
| Quelle | Beitrag zum Bedarf | Beispiel |
|---|---|---|
| Fahrgasttyp | je mitfahrender Person, standardmäßig ein Sitzplatz | 2 Erwachsene = 2 Sitzplätze |
| Fahrgastoption | je Person, für die die Fahrgastoption gewählt wurde | 1× Rollstuhl = 1 Rollstuhlplatz |
| Fahrtoption | einmal für die gesamte Fahrt | großes Gepäck = 2 Stauraumeinheiten |
Die ioki Platform addiert diese Werte je Ressourcenart und erhält daraus den Gesamtbedarf, der gegen die Fahrzeugkapazität geprüft wird.
Rechenbeispiel in drei Schritten
Das folgende Beispiel zeigt an fiktiven Werten, wie aus Konfiguration und Buchung eine konkrete Belegung entsteht.
Schritt 1a – Ressourcenverbrauch der Bausteine (von ioki hinterlegt):
| Baustein | Typ | Verbrauch je Einheit |
|---|---|---|
| Erwachsener | Fahrgasttyp | 1 Sitzplatz |
| Kind | Fahrgasttyp | 1 Sitzplatz |
| Rollstuhl | Fahrgastoption | 1 Rollstuhlplatz |
| Großes Gepäck | Fahrtoption (Anzahl) | 1 Stauraumeinheit je Stück |
Schritt 1b – Innenraumkonfiguration des Fahrzeugs:
| Ressource | Verfügbar |
|---|---|
| Sitzplätze | 3 |
| Rollstuhlplatz | 1 |
| Stauraumeinheiten | 3 |
Schritt 2 – Buchungsanfrage:
- 1 Fahrgast vom Typ Erwachsener, mit Fahrgastoption Rollstuhl
- 1 Fahrgast vom Typ Kind
- Fahrtoption großes Gepäck: 2 Stück
Schritt 3 – Was belegt wird und was frei bleibt:
| Ressource | Bedarf | Rechenweg | Kapazität | Frei danach |
|---|---|---|---|---|
| Sitzplätze | 1 | 1 (Kind) | 3 | 2 |
| Rollstuhlplatz | 1 | 1 × Fahrgast mit Fahrgastoption Rollstuhl | 1 | 0 |
| Stauraumeinheiten | 2 | 2 Stück × 1 Einheit | 3 | 1 |
Die Fahrt lässt sich vermitteln, weil alle drei Werte innerhalb der Kapazität liegen. Für denselben Streckenabschnitt kann danach noch eine weitere Person zusteigen – aber kein zweiter Rollstuhl, weil der einzige Rollstuhlplatz belegt ist.
Wenn Sie prüfen wollen, warum eine bestimmte Anfrage scheitert, rechnen Sie den Bedarf zuerst von Hand zusammen. Die häufigste Ursache ist eine Ressource, an die niemand gedacht hat – etwa Stauraumeinheiten, die zusätzlich im Fahrgasttyp „Erwachsener“ hinterlegt sind.
Welche Kapazität stellt ein Fahrzeug bereit?
Die Gegenseite bildet die Innenraumkonfiguration eines Fahrzeugs. Dort sind dieselben Ressourcenarten hinterlegt wie beim Bedarf – nur als verfügbare Menge:
| Kategorie | Enthaltene Ressourcen |
|---|---|
| Grundlagen | Sitze, Gepäck, Gehhilfen, Rollstuhlplätze |
| Weitere Sitztypen | Kindersitze, Sitzerhöhungen für Kinder, medizinische Sitze, Sondersitze |
| Gepäck | Stauraum für Rollstühle, Stauraum für Rollatoren, Aufbewahrung von Koffern, Aufbewahrung von Handgepäck, Transport von Haustieren, Fahrradständer |
| Zubehör | Steckdosen, WLAN-Zugangspunkte |
| Allgemeine Ressourcen | Ressource 1 bis Ressource 5 |
Entscheidend ist, dass Bedarf und Kapazität dieselbe Ressourcenart verwenden. Eine Fahrgastoption „Rollstuhl“, die einen Rollstuhlplatz anfordert, wird von einem Fahrzeug mit fünf Sitzplätzen ohne Rollstuhlplatz nicht bedient – die Sitzplätze helfen hier nicht weiter.
Wie gleicht die Vermittlung Bedarf und Kapazität ab?
Die Prüfung der Ressourcen ist nur einer von mehreren Schritten der Vermittlung. Vereinfacht läuft der Abgleich so:
- Die Plattform sucht aktive Fahrzeugplanungen im relevanten Zeitraum.
- Für jede infrage kommende Fahrzeugplanung prüft die Plattform, ob die neue Fahrt in die bestehende Aufgabenliste eingefügt werden kann.
- Dabei prüft die Plattform die angeforderten Sitzplätze und Ressourcen gegen die Innenraumkonfigurationen des Fahrzeugs dieser Fahrzeugplanung – zu jedem Zeitpunkt der geplanten Route, also unter Berücksichtigung der Fahrgäste, die bereits an Bord sind oder schon gebucht haben.
- Bleibt am Ende keine gültige Lösung übrig, wird die Anfrage mit dem Grund „Kein Fahrzeug verfügbar“ abgelehnt.
Entscheidend ist Punkt 3: Maßgeblich ist nicht die leere Kapazität des Fahrzeugs, sondern die freie Restkapazität im jeweiligen Streckenabschnitt. Ein Fahrzeug mit einem Rollstuhlplatz kann an einem Tag mehrere Rollstuhlfahrten durchführen – aber keine zwei, die sich zeitlich auf einem Streckenabschnitt überschneiden.
Beispiel: Der Fahrgasttyp „Erwachsener“ ist mit Sitzplatz = 1 und Stauraumeinheiten = 2 konfiguriert. Das einzige aktive Fahrzeug bietet 5 Sitzplätze und 1 Stauraumeinheit. Die Anfrage wird mit „Kein Fahrzeug verfügbar“ abgelehnt, weil der Stauraum nicht ausreicht. In den Matching-Logs der Fahrt erscheint die Meldung overbooked_vehicle_resources.
Die Meldung overbooked_vehicle_resources in den Logs ist das eindeutige Signal für ein Kapazitätsproblem. Steht dort stattdessen not_enough_time oder walking_times_too_high, liegt die Ursache nicht bei den Ressourcen. (Was bedeuten die Status einer Fahrt?)
Was passiert bei mehreren Innenraumkonfigurationen?
Ein Fahrzeug kann mehrere Innenraumkonfigurationen haben und damit unterschiedliche Bestuhlungsvarianten abbilden – etwa Konfiguration A mit „fünf Sitzplätzen“ oder alternativ Konfiguration B mit „drei Sitzplätzen und einem Rollstuhlplatz“.
Die Plattform prüft bei der Vermittlung alle gespeicherten Innenraumkonfigurationen. Ein Fahrzeug bleibt vermittelbar, solange mindestens eine Innenraumkonfiguration den angeforderten Bedarf abdeckt. Auch die Kapazitätsprüfung eines bereits zugewiesenen Fahrzeugs berücksichtigt alle Innenraumkonfigurationen gegen die aktuelle Belegung. Die Markierung als Standardkonfiguration schränkt die Vermittlung dabei nicht ein.
Beispiel: Ein Fahrzeug hat drei gebuchte Fahrgäste mit je einem Sitzplatz. Eine Buchung mit Rollstuhlplatz kommt hinzu. Damit ist das Fahrzeug innerhalb der Konfiguration B vollständig belegt und steht für weitere Anfragen nicht mehr zur Verfügung. Wird die Rollstuhlbuchung storniert, kann die Plattform je nach nächster Anfrage entweder zwei weitere Sitzplätze in Konfiguration A oder wieder einen Rollstuhlplatz in Konfiguration B vergeben.
Was bedeutet das für Sie im Alltag?
Damit Bedarf und Kapazität zusammenpassen, achten Sie auf drei Punkte:
- Jede angebotene Option braucht ein passendes Fahrzeug. Option und Fahrzeugkapazität werden nicht automatisch abgeglichen. Eine buchbare Option erscheint zum Beispiel in der ioki Passenger App auch dann, wenn kein Fahrzeug die passende Ressource hinterlegt hat.
- Die Flotte muss zum Angebot passen, nicht nur ein einzelnes Fahrzeug. Wenn nur ein Fahrzeug einen Rollstuhlplatz hat, ist Ihr Angebot auf eine gleichzeitige Rollstuhlfahrt begrenzt.
- Änderungen an Innenraumkonfigurationen wirken sofort, aber nicht rückwirkend. Bestehende Buchungen werden nicht erneut geprüft.
Verkleinern Sie die Kapazität eines Fahrzeugs mit Vorsicht, wenn bereits Buchungen vorliegen. Fahrten, die nicht mehr hineinpassen, werden nicht storniert, bleiben aber problematisch: Die nächste Aktion, die Ressourcen neu prüft – etwa das Hinzufügen eines Fahrgasts oder die Annahme durch das Fahrpersonal –, kann abgelehnt werden. Prüfen Sie nach einer Reduktion die betroffenen Fahrzeugplanungen.
Häufige Fragen dazu
Wo finde ich die Matching-Logs einer abgelehnten Fahrt?
Die Logs einer Fahrt erreichen Sie über die Fahrtdetails: Der Unterpunkt "Logs" leitet Sie in die Schaltzentrale weiter. Dort stehen die Prüfergebnisse je Fahrzeug, einschließlich der Meldungen.
Wird die Kapazität auch geprüft, wenn das Fahrpersonal nachträglich Fahrgäste hinzufügt?
Ja. Bei einer Fahrgastaktualisierung nach der Buchung prüft die Plattform, ob das zugewiesene Fahrzeug genügend freie Ressourcen hat, berechnet den Fahrpreis neu und aktualisiert die Fahrt.
Welche Ressourcenart soll ich für einen Bedarf wählen, der in keine Kategorie passt?
Dafür stehen die allgemeinen Ressourcen 1 bis 5 zur Verfügung. Die Zuordnung und Benennung stimmen Sie mit Ihrer ioki-Ansprechperson ab, da sowohl der Ressourcenverbrauch der Option als auch die Innenraumkonfiguration dieselbe allgemeine Ressource verwenden müssen.
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